Mit der sich etablierenden Solarpflicht steigen die Anforderungen an sichere PV-Lösungen auf Flachdächern. Entscheidend sind nicht einzelne Materialien, sondern das Zusammenspiel des gesamten Dachaufbaus. Neue Untersuchungen zeigen, welche Konstruktionen verlässlich schützen. Ulrich Meier
An Baustoffen gibt es mehr als Beton, Kalksandstein, Stahl oder Ziegel. Alternativen wie Holz, Lehm oder Stroh punkten fast durchweg mit CO₂-sparender Herstellung und Kreislauffähigkeit. Da die Lebenszyklusbilanz eines Gebäudes zukünftig wichtiger werden wird, sollten sich Energieberatende mit diesen Materialien beschäftigen – auch wenn manche noch in der Entwicklung sind. Alexander Borchert
Zweischaliges Mauerwerk ist in Nordeuropa ab zirka 1860 die typische Außenwandkonstruktion bei Wohnbauten. In Norddeutschland trifft man sie heute bei 60 Prozent aller Häuser an, viele davon immer noch ohne Kerndämmung. Das hat mit der Angst vor Feuchteschäden zu tun, die sich sogar in der Forderung einer Wandbelüftung in der DIN 1053 niederschlug. Diese Angst aber ist unbegründet, was bereits 1984 wissenschaftlich erwiesen wurde. Werner Eicke-Hennig
Im Sockelbereich, am Übergang von den erdberührenden Bauteilen zur Fassade, hat eine Dämmung besonderen Anforderungen zu genügen. Sie müssen bei der Planung und bei der Ausführung berücksichtigt werden, doch gerade letztere lässt oft zu wünschen übrig. Der Beitrag stellt die häufigsten Fehler vor und erläutert die Folgen, die sie haben können. Dirk Baune
In Kassel haben Foundation 5+ Architekten zusammen mit einer zehnköpfigen Baugruppe die letzte Baulücke des neuen Martini Quartiers mit einem Massivholzbau geschlossen. Entstanden ist ein ressourcenschonendes und kostengünstiges Gebäude zum gemeinschaftlichen Wohnen. Neben der Bauweise sind das Vermietungsmodell und der hohe Anteil von gebrauchten und recycelten Baumaterialien wegweisend. Claudia Siegele
Gehen Realeinkommen und Baupreise entgegengesetzte Wege, bieten niedriginvestive Dämmmaßnahmen sozialverträgliche Lösungen für die Energieeinsparung in Wohn- und Zweckbauten. Wie die Einblasdämmung, minimalinvasiv und mit kurzen Amortisationszeiten, schnell umsetzbar in Hohlräumen von Außenbauteilen und auf Böden. Rund 60 Prozent der acht Milliarden Quadratmeter opaker Außenbauteile im Bestand eignen sich für diese Dämmtechnik. Mit Erfolg umgesetzt wurde sie zum Beispiel in einer Reihenhaussiedlung von 1938 in Kiel. Werner Eicke-Hennig
Die Methode der thermischen Bauteilaktivierung kann vielfältiges bewirken: Sie trägt wesentlich zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und Primärenergiebedarf bei, schafft ein behagliches Raumklima, schützt historische Bausubstanz und erlaubt eine energieeffiziente Sanierung im bewohnten Zustand. Katja Biek, Maria Kuzminskaia
Eigentlich wollte die von Schäden und Schimmel genervte Wohnungseigentümergemeinschaft lediglich die maroden Fassaden aus asbesthaltigen Faserzementplatten ihrer 13 Gebäude im Münchner Westen auf Vordermann bringen. Doch bei der Bestandsanalyse zeigte sich in Anbetracht der Fördermöglichkeiten, dass die Gesamtsanierung zum Effizienzhaus 55 wirtschaftlicher war. Claudia Siegele
Alte Gebäude haben bereits viel für unser Klima und den Schutz der Ressourcen getan. Mit ihren oft gut reparaturfähigen Konstruktionen haben sie Jahrhunderte überdauert. Damit baukulturell wertvolle Gebäude und Quartiere umfassende Sanierungen unbeschadet überstehen, müssen Fachplaner und Denkmalbehörden kooperieren. Klar ist: Solche Projekte stehen immer im Spannungskonflikt zwischen Bewahren und Modernisieren – doch wie weit gehen die Kompromisse bei der energetischen Effizienz? Wolfgang Hierl, Marina Grießer
Bei der energieeffizienten Optimierung raumlufttechnischer Anlagen ist es mit einem Austausch der Ventilatoren nicht getan. Energie lässt sich nur maximal einsparen, wenn alle Komponenten genau analysiert werden. Darüber hinaus gilt es, für eine erfolgreiche Modernisierung den Faktor Mensch zu berücksichtigen. Steffen Müller
Wie viel Luft braucht ein Klassenzimmer, damit die Schüler einen klaren Kopf behalten? Herkömmliche Auslegungsmethoden vernachlässigen, dass sich die CO₂-Konzentration durch unzureichende Pausenlüftung aufschaukeln kann. Eine neue praxistaugliche Methodik ermittelt den notwendigen Luftvolumenstrom anhand der tatsächlichen Konzentration anstatt mit Pauschalwerten. Norbert Nadler
Teuer, aufwändig, unhygienisch – über die Instandhaltung von Wohnraumlüftungsgeräten halten sich viele Vorurteile. Dabei lassen sich ihre Funktionssicherheit und Zuverlässigkeit mit überschaubarem Aufwand über viele Jahre hinweg nachhaltig sicherstellen. Stefan Reindl, Christian Keller
Die DIN 1946-6 definiert die Standards für die ganzheitliche Auslegung einer Wohnungslüftung. Der Beitrag zeigt, wie sich mit ihr in vier Schritten ein normkonformes Lüftungskonzept erstellen lässt. Thorsten Fiedel
Die Abwärme aus Rechenzentren stellt eine Energieressource mit viel Potenzial dar. Technische und strukturelle Hürden stehen der Nutzung aber oft im Weg. Doch Gesetzgebung und der wachsende Bedarf an Rechenpower bringen Bewegung in das Thema. Und konkrete Projekte zeigen, wie entsprechende Konzepte gelingen können. Markus Strehlitz
Ob Montagewerk, Produktionsstätte oder Warenlager – moderne Flächenheizsysteme bieten sich als nachhaltige Lösung an. Der Beitrag erläutert, wie sich mit korrekter Planung und Berechnung überdimensionierte Hallenheizungen vermeiden und damit Einsparpotenziale erschließen lassen. Alexandra Borke
Bafa und KfW bieten für Nichtwohngebäude verschiedene Förderprogramme an. Neue Effizienzstandards sollen die Sanierung im Bestand beschleunigen. Hertha-Margarethe Kerz
Städte und Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen: Der Gebäudebestand ist vielfältig, die Sanierungsaufgaben sind hoch – und gleichzeitig gilt es, ambitionierte Klimaziele umzusetzen. In unserem Fokus-Heft zeigen wir, wie Kommunen mit digitalen Tools, neuen Baukonzepten und praxisnahen Strategien den Spagat zwischen knappen Ressourcen und nachhaltigem Bauen meistern können.
Die neue EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive verpflichtet Unternehmen der Immobilienbranche künftig, Daten zur Energieeffizienz, zu Emissionen und zum Einsatz nachhaltiger Ressourcen systematisch zu erfassen, zu prüfen und zu veröffentlichen. Energiemanagement wird damit zu einem Bestandteil einer zukunftsfähigen, nachhaltigen und gesetzeskonformen Immobilienstrategie. Hertha-Margarethe Kerz
Die Gebäudeenergiewende hat ein Akzeptanzproblem. Nicht unbedingt in der Theorie, aber wenn es an die Umsetzung geht. Auch und vor allem unter Mieter:innen, die für gewöhnlich nicht mitentscheiden dürfen. Eine mögliche Lösung ist es, sie in die Planungsprozesse einzubinden. Wie das geschehen kann, damit beschäftigt sich seit November 2023 ein Forschungsprojekt unter der Ägide des Fraunhofer ISI. In drei ausgewählten Quartieren erarbeitet es Formen der Beteiligung, die sich zukünftig auf andere Quartiere übertragen lassen. Energieberatende können dabei eine vermittelnde Funktion einnehmen. Alexander Borchert
Im Rahmen eines vom Bund geförderten Forschungsprojektes wurde in einer Kommune am Bodensee ein bestehendes Quartier mit Neubauten aus hocheffizienten Gebäudehüllen erweitert und an ein Nahwärmenetz angeschlossen. Die Neulinge sind so effizient und genügsam, dass der Rücklauf aus den Bestandsbauten ihren Heizungen als Vorlauf dient. Und trotz dieser energetisch hochwertigen Bauweise sind die Mieten im Quartier sozialkompatibel. Alexander Borchert
Kokoni One zeigt, wie ein nachhaltiges Quartier aussehen kann: ökologisch gebaut, flächeneffizient strukturiert und fossilfrei versorgt durch Geothermie, Wärmepumpen und Photovoltaik. Ein nahezu perfektes Vorbild – lägen die Kaufpreise mit rund 6.400 Euro pro Quadratmeter nicht jenseits des Bezahlbaren. Claudia Siegele
Moderne Sonnenschutzlösungen können einen bedeutenden Beitrag zur Vermeidung von Überhitzung und somit zur thermischen Behaglichkeit in Wohn- und Nichtwohngebäuden leisten. Voraussetzung dafür ist eine ganzheitliche Planung, bei der die wichtigsten Einflussfaktoren einbezogen werden, sowohl was das Gebäude betrifft als auch die Witterungsverhältnisse jetzt und zukünftig vor Ort. Für Letzteres ist der rasant fortschreitende Klimawandel einzuberechnen, den die maßgebliche Norm DIN 4108-2:2013 nicht ausreichend berücksichtigt. Jürgen Benitz-Wildenburg, Michael Freinberger, Winfried Heusler
Die Klimatisierung von Rechenzentren ist ein entscheidender Faktor zur Reduzierung des Energieverbrauchs. Die Zukunft gehört der Kühlung mit Flüssigkeiten, weil sich mit ihr eine bessere Effizienz erreichen lässt, zumal Luftsysteme mit den wachsenden Leistungsdichten der Server überfordert sind. Markus Strehlitz
Eine hydraulische Flächenheizung bietet zugleich die Option der Flächenkühlung, ist sie an eine Wärmepumpe angebunden. Am besten hierfür geeignet sind erdgekoppelte Wärmepumpen, da ihre Wärmequellen – das Erdreich beziehungsweise das Grundwasser – im Sommer auch ideale Wärmesenken für die passive Kühlung darstellen. Die möglichen hohen Kühlleistungen bringen jedoch hohe Anforderungen an die hygrothermischen Eigenschaften der wärmeaufnehmenden Flächen im Gebäude mit sich. Frank Hartmann
Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan modernisiert ihre historische Braustätte auf dem Weihenstephaner Berg in Freising – und folgt dabei einem umfassenden Masterplan. Der neue Braukeller ist das vierte Großprojekt binnen sieben Jahren. Bei dem Kombikeller war insbesondere die Klimatechnik eine heikle Aufgabe: Temperatur, Feuchte, Kohlendioxidwerte, Hygiene und Raumluftströmung hatten klare Vorgaben zu erfüllen. Claudia Siegele