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Kurzstudie: Sanierung ist klimaschonender als Neubau 

In der Erhebung wurden die Ökobilanzen von 19 DGNB-zertifizierten Sanierungsprojekten analysiert. Ein zentrales Ergebnis: Neubauten verursachen im Durchschnitt 2,4-mal höhere bauwerksbezogene CO₂-Emissionen als Sanierungen. Die sogenannten grauen Emissionen – also jene, die durch die Herstellung und den Bauprozess entstehen – sind bei Neubauten bis zu zwei Drittel höher als bei Modernisierungsmaßnahmen.

„Die Ergebnisse stützen die immer lauter werdenden Forderungen, dass wir mit Blick auf den Klimaschutz im Bauen dringend wegkommen sollten vom Prinzip ‚Abriss und Ersatzneubau‘“, betont Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB.

Neben dem Vergleich zwischen Sanierung und Neubau untersuchte die DGNB-Studie auch den Einfluss des Sanierungszeitpunkts auf die Klimawirkung eines Gebäudes. Die Analyse zeigt, dass frühzeitige Modernisierungen besonders vorteilhaft sind.

Selbst wenn in Zukunft emissionsarme Baustoffe und Technologien für Neubauten verfügbar sind, übersteigen die in den nächsten zehn bis 15 Jahren entstehenden CO₂-Emissionen diesen Effekt deutlich. Eine möglichst frühe Sanierung reduziert daher den gesamten Klimafußabdruck eines Gebäudes erheblich.

Unterschiedliche Sanierungsansätze – individuelle Strategien erforderlich

Die untersuchten Gebäude umfassten hauptsächlich Büro- und Verwaltungsbauten sowie einige Hotels und Mischnutzungen. Die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen variierten stark, sodass keine allgemeingültige Empfehlung für den besten Sanierungstyp abgeleitet werden konnte. Entscheidend bleibe eine individuelle Planung, bei der die gewählten Energieträger und Maßnahmen an die jeweiligen Gebäudeanforderungen angepasst werden, lautet ein Ergebnis der Untersuchung.

„Mit den Ergebnissen der Kurzstudie geben wir dem Bauchgefühl, dass der Erhalt des Gebäudebestands zu bevorzugen ist, ein belastbares Fundament“, sagt Anna Braune, Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung bei der DGNB.

Relevanz für die Praxis: Was bedeutet das für Gebäudeenergieberater?

Für Energieberater unterstreicht die Studie die Bedeutung nachhaltiger Sanierungsstrategien. Neben der Reduktion von Emissionen durch verbesserte Energieeffizienz und erneuerbare Energien spielt die Minimierung grauer Emissionen eine entscheidende Rolle. Frühzeitige Maßnahmen sind nicht nur ökologisch vorteilhaft, sondern auch langfristig wirtschaftlich sinnvoll. Quelle: DGNB/pgl

Hören Sie zum Thema auch unsere Episode So gelingt die Transformation des Gebäudesektors mit Stefan Bauer von Architects for future aus dem Podcast Gebäudewende.